Umzug in die Weserstraße
Schon Mitte der Achtzigerjahre hatte sich die Notwendigkeit eines Neubaus abgezeichnet. Im Sommer 1991 trafen die Bedürfnisse der Stadtwerke mit den Plänen der Stadtplanungspolitik zusammen. Bis zur Fertigstellung der S-Bahn zwischen Frankfurt und Darmstadt sollte das etwa 100.000 Quadratmeter umfassende Gelände östlich und westlich der Bahnlinie neu geordnet werden. Das „Filetstück“ Langens war mit Baracken, alten Garagen, Werkstätten und einer vernachlässigten Indus-triearchitektur bebaut und machte einen heruntergekommenen Gesamteindruck. Für den neuen Sitz der Stadtwerke war das Gebiet zwischen Weser- und Moselstraße vorgesehen.
Böse Überraschung vor dem ersten Spatenstich
Die Entnahme von Bodenproben ergab, dass das ausgewählte Grundstück mit Lacklösemitteln, Mineralölen und „Gaswerkspezifischen Produktionsrückständen“ kontaminiert war. Ab 1993 wurden in über 15 Bodenluftbrunnen Schadstoffe abgesaugt, anschließend das Erdreich entsorgt. Ein Mitarbeiter erinnert sich an die herausfordernde Aufgabe während dieser Zeit, „als wir das Stadtwerke-Gelände sanierten. Das war viel Arbeit, denn es gab zahlreiche Leitungen, von denen man nicht wusste, wo sie genau liegen. Man musste höllisch aufpassen, da war ich häufig dabei. Teils haben wir mit der Hand, teils mit dem Bagger gearbeitet. Die Langener Stadtwerke waren damals Vorreiter bei der Geländesanierung.“
Eines der ersten „Niedrig-Energie-Hochhäuser“ in Hessen
Ende 1994 begannen die Bauarbeiten. Im Rahmen einer öffentlichen Eröffnungsfeier am 14. September 1996 nahmen die Bürger von Langen und Egelsbach den 48 Meter hohen Neubau der Stadtwerke, der viele aus der Ferne an den Frankfurter Messeturm erinnert, in Besitz. Die Realisierung hatte rund 23 Millionen D-Mark gekostet und umfasste eine ausgeklügelte Umwelttechnik mit einem Brennwertkessel und einer Warmwasseraufbereitungsanlage, die ihre Energie aus der Sonnenkraft bezieht. Wärmetauscher sorgten dafür, dass die in der Raumluft vorhandene Restwärme nicht durch die Fenster entweicht, sondern in das Heizsystem zurückfließt.
Der Stadtwerke-Turm in der Weserstraße 14 im Werden und in Vollendung, 1995/96.



