Neue Wasserzähler
Qalcosonic W1 merkt alles
Der erste „moderne“ Wasserzähler wurde 1851 entwickelt. Und zwar von Carl Wilhelm Siemens in England. Als dort die ersten Privathäuser eigene Wasseranschlüsse erhielten, zeigte dieser Wasserzähler im Gegensatz zu früheren Konstruktionen die verbrauchte Wassermenge direkt an. Heutige Wasserzähler funktionieren immer noch ähnlich; sie sind allerdings geeicht und mit der Zeit immer genauer geworden. Richtig exakt wird es für Verbraucherinnen und Verbraucher der Stadtwerke Langen mit den neuen Ultraschall-Wasserzählern.
Ultraschall verdrängt Ringkolben
Die in vielen Haushalten verbauten Wasserzähler in Langen und Egelsbach sind sogenannte Ringkolbenzähler. Sie bestehen aus einem Composite-Material, welches besonders gut recyclingfähig ist, und sind auch bei geringen Durchflussraten ab 6,25 Litern in der Stunde sehr genau. Gegenwärtig werden sie nach und nach durch die Ultraschall-Wasserzähler „Qalcosonic W1“ des Herstellers Axioma ausgetauscht. Diese bestehen ebenfalls aus nachhaltigem Material und erfassen bereits Durchflussraten ab 1 Liter in der Stunde. „Bricht man das auf einen Verbrauch pro Minute herunter, erfassen diese Zähler also bereits Zapfmengen von umgerechnet rund 16 ml. Das entspricht einem Schnapsgläschen“, veranschaulicht Markus Kliba. „Weil die neuen Ultraschallwasserzähler so sensibel reagieren, kann sich das nun einerseits auf der Wasserrechnung niederschlagen. Andererseits können sie mögliche Leckagen in Ihrer häuslichen Trinkwasserinstallation erkennen“, erklärt der Wasserexperte bei den Stadtwerken Langen. „Verbrauchen Sie zum Beispiel überhaupt kein Wasser, weil Sie gar nicht zuhause sind, der Zähler registriert aber dennoch eine Entnahme, stimmt etwas nicht.

Der Ultraschall-Hauswasserzähler „Qalcosonic W1“ ist ein echtes Sensibelchen: Er erfasst bereits sehr geringe Wasserentnahmen und kann helfen, undichte Stellen in der häuslichen Trinkwasserleitung aufzuspüren. In Zukunft wird er sich auch in ein Smarthome integrieren lassen, also in eine häusliche Umgebung, in der Haustechnik und Geräte wie Licht, Heizung oder Haushaltsgeräte vernetzt, fernsteuerbar und automatisiert betrieben werden, oft über Smartphone oder Sprachassistent.

Detektivarbeit gefragt
„Sehr häufig ist ein undichter WC-Spülkasten, der unkontrolliert Wasser verliert, der Übeltäter“, hat Markus Kliba beobachtet. Hier sollte man auf Spurensuche gehen – hören, ob es gluckert oder zischt, und nach verräterischen Kalkspuren in der Keramik schauen. „Das ist keine große Sache – meist handelt es sich um ein Füllventil, das nicht mehr schließt oder die Heberglockendichtung ist defekt.“
Die Auswirkungen können aber mit der Zeit groß werden: „Ein Spülkasten kann mehr als 10 Liter am Tag verlieren. Aufs Jahr gerechnet macht sich das deutlich auf der Wasserrechnung bemerkbar“, sagt Kliba. Eine weitere Möglichkeit, wie ein Haus Wasser verliert, ist eine undichte Stelle an der Trinkwasserleitung. Anfällig für Undichtigkeiten sind die sogenannten Trinkwassersicherheitsventile am Warmwasserspeicher. Sie müssen auf Ausdehnungen des Wassers reagieren – neigen also zu Verschleiß, können aber auch verschmutzen oder verkalken und dadurch kaputtgehen. „Vielen Eigentümern ist nicht bewusst, dass sie ihre häusliche Trinkwasserinstallation regelmäßig überprüfen lassen sollten“, sagt Markus Kliba und empfiehlt eine jährliche Wartung durch einen Gas-Wasser-Installationsfachbetrieb.
Besonders wichtig sei das bei „negativen“ Wasserdurchflüssen, also wenn Wasser aus der Hausleitung ins Trinkwassernetz zurückfließt. „Im schlimmsten Fall könnte das Trinkwasser sogar verunreinigt werden, da wir ab der Übergabe ans Hausnetz nicht mehr auf Hygiene prüfen. Ein defekter Rückflussverhinderer – er befindet sich in Flussrichtung unmittelbar nach dem Zähler – ist meistens die Ursache für unerklärliche Wasserbewegungen. Denn oft fließt das Wasser auch wieder ins Hausnetz zurück und schlägt sich wiederum auf der Rechnung nieder“, so die Erfahrung von Markus Kliba. Es ist also auch im Interesse der Verbraucher, die Trinkwasserinstallation regelmäßig durch einen Fachbetrieb kontrollieren zu lassen.

