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Zwei Männer stehen nebeneinander und schauen in die Kamera. Einer hält eine Glasflasche mit Wasser nah an die Kamera
© Manuel Hauptmannl

Verschärfte Trinkwasserverordnung

Seit Januar diesen Jahres gilt bundesweit eine neue Trinkwasserversorgung, die erstmals einen Grenzwert für sogenannte PFAS oder Ewigkeitschemikalien festlegt. Matthias Döring und Patrick Geister von den Stadtwerken Langen erklären, was das für das Trinkwasser in Langen und Egelsbach bedeutet.

Die beruhigende Antwort der Wasserprofis lautet schlicht und ergreifend: „Nichts. Wir liegen mit unserem Trinkwasser in Langen und Egelsbach weit unter dem festgelegten Summengrenzwert von 100 Nanogramm pro Liter“, sagt Matthias Döring, Gruppenleiter der Wassergewinnung. Patrick Geister, Bereichsleiter Technik und Netzbetrieb, fügt hinzu: „Wir fördern hier in unserem Einzugsgebiet Grundwasser aus Brunnen bis zu 140 Meter Tiefe. Das ist bereits durch geologische Schichten gefiltert und wird von uns öfter und regelmäßiger kontrolliert als jedes Mineralwasser.“

Während die Stadtwerke Langen die neuen Vorgaben der Trinkwasserverordnung bereits erfüllen, müssen 200 bis 300 Wasserversorger in Deutschland ihre Aufbereitungstechnik überarbeiten. Die Reinigung des Wassers von PFAS ist beispielsweise mit Aktivkohlefiltern technisch zwar gut möglich, aber kostspielig. Patrick Geister und Matthias Döring freuen sich daher, festzuhalten, dass in Langen nicht nachgerüstet werden muss.

PFAS: Das Problem mit der Langlebigkeit

Man kann sie nicht sehen, nicht riechen und nicht schmecken: PFAS, ausgesprochen Pefas, ist die Abkürzung für per- und polyfluorierte Alkylverbindungen. Man nennt sie auch Ewigkeitschemikalien, weil ihre Struktur extrem stabil und im Prinzip unzerstörbar ist. PFAS gelangen von wasser-, fett- und schmutzabweisenden Beschichtungen von Pfannen, Regenjacken und Verpackungen, aus Feuerlöscherschaum und Pestiziden in die Umwelt und können, da sie nicht auflösbar sind, im Organismus des Menschen ansammeln und Krankheiten auslösen.

Allerdings wird von allen Experten darauf hingewiesen, dass einzelne Expositionen im Alltag nicht gleich zu akuten Vergiftungen führen. Das Problem sind eher lebenslange Anreicherungen im Körper, die zum Beispiel durch regelmäßig kontrolliertes Trinkwasser gemäß der Trinkwasserverordnung auf ein Minimum reduziert werden können.

Die neue Trinkwasserverordnung sieht eine stufenweise Einführung vor:

  • Ab dem 12. Januar 2026 gilt ein Summengrenzwert von 100 Nanogramm pro Liter für eine Gruppe von 20 trinkwasserrelevanten PFAS.
  • Ab 2028 kommt ein zusätzlicher Grenzwert für vier besonders kritische Verbindungen (PFHxS, PFOS, PFOA, PFNA): Die Summe dieser Stoffe darf dann höchstens 20 Nanogramm pro Liter betragen.

Ohne Bedenken unser Trinkwasser genießen

„Zum Schutz der Verbraucher ist die Verschärfung der Trinkwasserverordnung absolut sinnvoll. Bei uns in Langen und Egelsbach kann man das Trinkwasser in jedem Fall bedenkenlos genießen“, betont Matthias Döring. Wenn man etwas tun möchte, um ganz sicher zu gehen, dass das Trinkwasser aus der eigenen Leitung so sauber wie möglich ist, kann man nach Aufdrehen des Wasserhahns etwas Wasser ablaufen lassen und erst dann trinken.

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