Stadtwerke Langen nutzen die Kraft der Sonne
„Wir nutzen den Strom, den die Anlage erzeugt, unmittelbar, denn während der Kernarbeitszeit von 7.30 bis 16 Uhr scheint meistens auch die Sonne“, sagt Celik. „Und selbst ohne direkten Sonnenschein nutzen die Kollektoren das Tageslicht ganzjährig.“ Ende März ging es los mit dem Aufbau des Gerüsts, der Errichtung der Unterkonstruktion sowie der Montage der 180 Solarmodule. Diese installierte das in Dreieich ansässige und mit den Anforderungen von Stadtwerken vertraute Solarunternehmen MyZun innerhalb weniger Tage auf dem Dach des Lagers der Stadtwerke Langen. Doch die Vorarbeit hatte ein Vielfaches mehr an Zeit in Anspruch genommen.
17 Prozent klingt zunächst einmal nicht viel. „Doch wenn man bedenkt, dass unser achtstöckiges Gebäude mit Büro- und Besprechungsräumen, Aufzügen, Kantine, Computerbetrieb und Serverschränken einen Bedarf von etwa 500.000 Kilowattstunden im Jahr hat, ist das eine ganze Menge“, sagt Projektleiter Osman Celik. Die Anlage besitzt eine Leistung von 82,8 Kilowatt-Peak. Dies entspricht einer Produktion von etwa 84.000 kWh im Jahr oder dem Energiebedarf von etwa 24 2-Personen-Haushalten mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3.500 kWh.
„Wir von den Stadtwerken Langen sehen uns nicht nur als verlässlichen Energieversorger, sondern auch als innovativen Gestalter der lokalen Energiewende und gehen mit gutem Beispiel voran.“

„Mammutaufgabe“ mit Bravour gemeistert
Osman Celik, Projektleiter für die Planung und Koordination aller beteiligten Abteilungen, hatte im Vorfeld viele Gespräche zu führen: „Das Flachdach des Lagers ist ja ein Stück vom eigentlichen Stadtwerke-Turm entfernt. Deshalb wären aufwändige und kostenintensive Tiefbauarbeiten beim Verlegen der Stromleitungen nötig gewesen. Im Austausch mit unseren entsprechenden Abteilungen habe ich herausgefunden, dass es sowohl noch freie Zugschächte für Leitungen als auch eine Stromleitung gab, die entbehrlich war“, berichtet Celik. Zugschächte sind eine Art Kabelkanal im Freien, meist auf Gehwegen oder Grundstücken. Die nächste Hürde brachte den Zeitplan ins Wanken: „Weil die Anlage einen gesonderten Schaltschrank benötigt, dessen Lieferzeit sich in die Länge zog, können wir erst später als geplant in Betrieb gehen.“
Da waren die 360 m² Dachfläche, was ungefähr der Größe eines Basketballfeldes entspricht, schon mit den 180 Solarmodulen bestückt. Diese wiegen gute 8 Tonnen – so viel wie in Urzeiten ein ausgewachsenes Mammut – sodass man mit Fug und Recht von einer Mammutaufgabe sprechen kann!
„Photovoltaik für Privathaushalte ist bei einem Stromverbrauch ab etwa 4.000 kWh/Jahr interessant. Für die Leistung, die eine Anlage haben sollte, gibt es eine einfache Faustformel: Jahresverbrauch x 1,3 : 1000. Die Anlage darf ruhig eine höhere Leistung haben, als aktuell verbraucht wird. So kann sie mitwachsen, wenn eine Wärmepumpe oder ein E-Auto geplant werden. Kunden mit einem geringeren Stromverbrauch raten wir zu Balkon-Modulen.“


