„Trotz Yello in den schwarzen Zahlen.“
1998 war ein Jahr, das in die Geschichte der Stromversorgung eingehen sollte. Die Liberalisierung des Marktes zielte darauf ab, eine sichere, preisgünstige und umweltverträgliche Gas- und Stromversorgung für die Bürger sicherzustellen. Der Markt, den sich zuvor die regionalen Energieversorger aufgeteilt hatten, wurde nun zum Schauplatz eines unerbittlichen Preiskampfes. Die FAZ wagte die Prognose: „Nur ein Drittel der deutschen Stadtwerke wird überleben.“ Die Stadtwerke Langen stellten sich der Herausforderung und krempelten die Ärmel hoch.

Der regionale Platzhirsch bietet den Billiganbietern Paroli
Um konkurrenzfähig zu bleiben, stellten die Stadtwerke zusätzliches Personal für das Marketing und den Vertrieb ein. Aber auch preismäßig ging man an die Grenze, hielt ständig Ausschau nach den preiswertesten Anbietern und gab günstige Konditionen an die eigenen Kunden weiter. Größere Sondervertragskunden versuchte man mit um bis zu 20 Prozent günstigeren Strompreisen bei der Stange zu halten.
18 statt 19 Pfennig, damit hatte niemand gerechnet
1999 ging die RWE mit dem Slogan „Sie haben ein Recht auf den günstigsten Strom in Deutschland“ auf Kundenfang und die EnBW verkündete mit der Billigmarke Yello, dass die Langener bei einem Preis von 19 Pfennig keine Chance mehr hätten. Doch wenige Wochen später ließ Geschäftsführer Norbert Breidenbach die Katze aus dem Sack und gab den neuen „Prima-Tarif“ der Stadtwerke Langen bekannt. Private Haushalte konnten ab dem 1. Oktober 1999 und unter der Bedingung, dass sie sich für ein Jahr banden, Strom für nur noch 18 Pfennig je Kilowattstunde beziehen. Der Bann war gebrochen und die Stadtwerke Langen nahmen kurz darauf den siebten Rang unter den günstigsten Stromanbietern Deutschlands ein.

